
Die Bundeswehr hat nach Entscheidung von Verteidigungsminister Rudolf Scharping eine strategische Partnerschaft mit einem Firmenkonsortium unter Führung der Firma CSC PLOENZKE AG Wiesbaden (CSC) mit den Partnerfirmen Competence Center Informatik GmbH Meppen/Emsland (CCI), SEMA GmbH Köln (SEMA), ESRI Geoinformatik GmbH Kranzberg (ESRI) und Schneider System GmbH Vallendar/Rhein begründet.
Hauptziel ist, zu einem gemeinsamen Führungsinformationssystem für die Bundeswehr zu kommen - weg von den bisherigen Insellösungen für Heer, Luftwaffe und Marine.
Wie die Erfahrung auf dem Balkan zeigt, müssen Einsätze der Bundes- wehr gemeinsam von Heer, Luftwaffe und Marine durchgeführt werden – dies bedarf einer besonderen Koordination. Mit diesem Projekt können solche Einsätze in einem multinationalen Umfeld besser geführt werden – unter konsequenter Nutzung von moderner Informationstechnik (IT). Das neu eingerichtete Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam wird als erstes von dem Projekt profitieren. Schon in wenigen Monaten wird es möglich sein, die Vorbereitung und Führung von Ein- sätzen mit Informationstechnik besser zu unterstützen.
Bei der Auswahl des strategischen Partners wurden neue Wege beschritten. Die geforderte Leistung wurde in der Ausschreibung ledig- lich funktional beschrieben, um der Industrie Raum für eigene, innovative Vorschläge zu lassen. Die besten Ideen wurden in Demons- tratoren vorgeführt und erprobt. Dies hat sich rundum bewährt – auch deshalb, weil die späteren Nutzer aus Heer, Luftwaffe und Marine mit ihrer Einsatzerfahrung in der Bewertung einbezogen wurden.
Der bisherige Ansatz an Haushaltsmitteln war sparsam: 9,5 Mio DM sind für dieses und das nächste Jahr eingeplant. Der Ausbau zu einem gemeinsamen Führungsinformationssystem für die Streitkräfte wird mit 300 Mio DM veranschlagt. Dieses Pilotprojekt trägt damit wesentlich zum Erhalt wehrtechnischer Kernkapazitäten mit hochqualifizierten IT-Arbeitsplätzen am Standort Deutschland bei.
Der Vertrag zur „Harmonisierung der Führungsinformationssysteme“ ist ein weiterer Baustein aus dem Rahmenvertrag „Innovation, Investition und Wirtschaftlichkeit in der Bundeswehr“, den Bundeskanzler Gerhard Schröder und Verteidigungsminister Rudolf Scharping am 15. Dezember 1999 mit der Industrie unterschrieben hatten.
Weitere Informationen zum Stand der Pilotprojekte aus dem im Rahmenvertrag „Innovation, Investition und Wirtschaftlichkeit in der Bundeswehr“ finden Sie unter http://www.wirtschaft-bundeswehr.de/
Quelle: Bundesministerium der Verteidigung